Langsam neigt sich das Projekt Vélovoyage seinem Ende entgegen, doch die gemeinsamen Tage in Frankreich zeigen noch einmal eindrucksvoll, wie viel mehr hinter dieser Reise steckt als sportliche Leistung und zurückgelegte Kilometer. Der Mittwoch wurde für alle Beteiligten zu einem echten Tag fürs Herz. In der französischen Partnerschule herrscht von Beginn an eine außergewöhnlich entspannte und herzliche Atmosphäre. Unsere KKRS-Reisenden fühlen sich willkommen und erleben hautnah, wie sehr sie inzwischen Teil einer großen gemeinsamen Gemeinschaft geworden sind.
Der Tag begann zunächst ganz praktisch, aber bereits mit viel Gemeinschaftsgefühl. Gemeinsam wurde für ein großes Picknick eingekauft, denn mittwochs bleibt an französischen Schulen traditionell am Nachmittag alles geschlossen und auch die Kantine öffnet nicht. Am Nachmittag wartete dann ein abwechslungsreiches Programm mit gleich drei Workshops. Kreativität war beim Fotoprojekt gefragt, während sich andere Teilnehmende im Europaprojekt intensiv mit internationaler Zusammenarbeit im Rahmen des eTwinning-Programms beschäftigten. Besonders mutig zeigten sich einige anschließend beim Sportangebot in der Turnhalle. Beim Klettern überwanden einige sogar ihre persönliche Höhenangst und bewiesen eindrucksvoll, dass diese Reise nicht nur körperliche, sondern auch mentale Grenzen verschiebt. Der emotionale Höhepunkt folgte jedoch am Abend. Zum feierlichen Abschluss des Projekts kamen Eltern, Geschwister, Sponsoren, Lehrkräfte, die Schulleitung sowie Mitarbeitende der Verwaltung in der „Salle Culturelle“ zusammen. In feierlicher Atmosphäre hielt die Schulleiterin Nora Aït-Hssain eine zweisprachige bewegende Rede und würdigte damit die besondere Bedeutung dieses Austauschs. Anschließend wurde ein Video mit Eindrücken der gesamten Reise gezeigt, das noch einmal viele gemeinsame Erinnerungen lebendig werden ließ. Als besondere Anerkennung erhielten alle Teilnehmenden ein Zertifikat als bleibende Erinnerung an diese außergewöhnliche Erfahrung. Danach versammelten sich alle in der Kantine zu einem herzlichen Empfang mit Apero und lokalen Spezialitäten.
Am Abend wurden ein letztes Mal die Sattelhöhen der Leihfahrräder angepasst, denn am Donnerstag wartet die finale Etappe dieser besonderen Reise. Die französischen Freundinnen und Freunde begleiten die deutschen Schülerinnen und Schüler noch ein Stück bis zum Bahnhof in Péruwelz und sorgen damit für einen letzten gemeinsamen Moment, bevor sich die Wege wieder trennen. Schon jetzt steht fest, dass dieser Abschied schwerfallen wird. Für morgen sind zwar angenehme 22 bis 24 Grad angekündigt, doch mindestens genauso sicher scheinen bereits jetzt einige Tränen zu sein.
